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Mentoring in der Wissenschaft

Mentoring historisch: Eine individuelle Förderbeziehung

Unter Mentoring wird eine individuelle Beratungs- und Betreuungsbeziehung verstanden, in der eine weniger erfahrene Person von einer erfahrenen Person unterstützt und gefördert wird. Begrifflich geht Mentoring auf die griechische Mythologie zurück. Die Göttin Athene nahm von Zeit zu Zeit die Gestalt Mentors an, um über Odysseus Sohn Telemachos zu wachen und ihm Ratschläge zu geben. In der Wissenschaft haben diese individuellen Förderbeziehungen eine lange und erfolgreiche Tradition für die Förderung jüngerer, zumeist männlicher Wissenschaftler.

Mentoring modern: Ein Instrument der Personalentwicklung

Heute wird die traditionelle Idee im Wissenschaftsbetrieb in der strukturierten Personalentwicklung nutzbar gemacht. In Mentoring-Programmen folgt die individuelle Mentoring-Beziehung festen Regeln. Sie wird ergänzt durch Workshops und weitere Qualifizierungs- und Vernetzungsmöglichkeiten.

Mentoring-Programme werden an deutschen Universitäten seit den 1990er Jahren zunehmend als Ergänzung weiterer gleichstellungspolitischer Maßnahmen konzipiert und angeboten. In dieser Form sind Mentoring-Programme erprobte Instrumente zur Planung und Förderung wissenschaftlicher Karrieren und zur Vorbereitung auf Führungsaufgaben. Als Instrumente der geschlechtergerechten Personalentwicklung richten sie sich meist an Wissenschaftlerinnen auf befristeten Stellen. Damit leisten sie einen Beitrag dazu, dem mit zunehmender Qualifikationsstufe abnehmenden Anteil an Wissenschaftlerinnen entgegenzuwirken und exzellenzte Nachwuchskräfte auf ihre weitere wissenschaftliche Karriere vorzubereiten.

Dass Universitäten von der dauerhaften Implementierung von Mentoring-Programmen für Frauen in der Wissenschaft profitieren können und damit auf ein wirksames Instrument der Personalentwicklung setzen, stellt unter anderem das Forum Mentoring e.V. in einer Stellungnahme vom Mai 2014 heraus.

Literaturhinweise:

Forum Mentoring (2014): Mentoring‐Maßnahmen in der Wissenschaft dauerhaft implementieren. Empfehlung des Forum Mentoring e.V. (online veröffentlicht).

Medved, Ines (2014): Mentoring: Ein individuelles Instrument der geschlechtergerechten akademischen Personalentwicklung. In: Hille, Nicola/Langer, Beate (Hrsg.): Geschlechtergerechte Personalentwicklung an Hochschulen. Nomos. Baden-Baden. S. 141-171.

 

Kontakt

  • Dr. Ruth Kamm
    Mentoring-Programm via:mento
    Christian-Albrechts-Platz 4
    24118 Kiel
    Raum 14010a
    Tel.: 0431/880-1833
    Fax: 0431/880-1775
    rkamm@gb.uni-kiel.de

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Frauen & Wissenschaft

  • 200 Frauen berichten über ihre Karriere als Wissenschaftlerin

    Unter dem Titel "Women in Oceanography" berichten mehr als 200 Meeresforscherinnen über ihren Weg in die Wissenschaft, ihre Karriereziele und größten Erfolge sowie den Balanceakt zwischen wissenschaftlicher Karriere und Privatleben.
    2005 riefen die Meeresforscherinnen Peggy Delaney und Ellen S. Kappel das Projekt "Women in Oceanography" mit Autobiographien von Frauen am Beginn ihrer wissenschaftlichen Karriere und Frauen mit einer etablierten Karriere in der Ozeanographie ins Leben.

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